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Wir über uns
An der Entstehung der meisten Krankheiten sind genetische Faktoren in irgendeiner Weise ursächlich beteiligt. Daher hat die Humangenetik die Funktion eines Brückenfaches einerseits zu den klinischen Disziplinen, andererseits zu den verschiedenen Grundlagenfächern in den Naturwissenschaften und der Medizin. Der Humangenetik kommt eine wichtige Aufgabe in der Erforschung von Krankheitsursachen zu. Das Fach kann auf einer ungewöhnlich erklärungskräftigen Theorie aufbauen. Bei Krankheiten aus ganz verschiedenen Disziplinen sind häufig gleichartige oder ähnliche genetische Mechanismen wirksam. Wie in kaum einem anderen Fach der Medizin kann der Humangenetiker daher von einem Phänotyp zu einem anderen Phänotyp springen. In der Forschung hat sich diese Besonderheit der Humangenetik als außerordentlich fruchtbar erwiesen.
Am Institut sind eine Reihe wissenschaftlicher Arbeitsgruppen tätig, die weite Bereiche der Humangenetik abdecken. Schwerpunkte der Forschung sind: Genetik von neuropsychiatrischen Krankheiten, erblichen Darmkrebs-Krankheiten, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und erblichen Formen von Haarlosigkeit (Alopezie), Mikrodeletionen als Ursache der geistigen Behinderung, molekulare Zytogenetik. Die Mitarbeiter des Instituts stehen auf ihren jeweiligen Arbeitsgebieten auch im internationalen Vergleich an vorderster Front der Forschung. Alle Projektleiter werden durch extrauniversitäre Forschungsförderer unterstützt. Besonderes Interesse gilt im Institut auch der Geschichte der Genetik und Eugenik.
Viele wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts haben neben ihrer Forschungstätigkeit auch Funktionen in der Krankenversorgung. Die Forschungsprojekte überlappen sich zum Teil mit Aufgaben in der Krankenversorgung. Diese bewusste Überschneidung hat sowohl für die Forschung als auch für die Krankenversorgung große Vorteile.
Im Rahmen der Krankenversorgung werden folgende Serviceleistungen angeboten: Genetische Beratung, Konsilleistungen im Universitätsklinikum Bonn und anderen Kliniken, molekulargenetische Diagnostik für eine Reihe monogen erblicher Krankheiten, zytogenetische Diagnostik.
Die Lehre und Fortbildung ist eine wichtige Aufgabe des Instituts. Die humangenetische Ausbildung der Medizinstudenten geschieht entsprechend der Approbationsordnung für Ärzte als Seminar mit praktischen Übungen (Kleingruppenunterricht) in Verbindung mit einer begleitenden Vorlesung. Beide Veranstaltungen sind im 1. klinischen Semester vorgesehen.
Organigramm des Institutes für Humangenetik zum Download
Kurze Geschichte
Das Institut für Humangenetik wurde am 24. Dezember 1964 mit der Berufung von Prof. Dr. med. Heinz Weicker an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn begründet. Von 1984 bis Februar 2008 hatte Prof. Dr. med. Peter Propping den Lehrstuhl für Humangenetik inne. Unter der Leitung von Prof. Propping entwickelte sich das Institut zu einem modernen Institut mit großer nationaler und internationaler Ausstrahlung. Am 1. März 2008 übernahm Prof. Dr. med. Markus M. Nöthen den Lehrstuhl und die Leitung des Instituts. Seit diesem Datum ist die Abteilung für Genomik des Forschungszentrums Life & Brain Teil des Instituts für Humangenetik.
Das Institut ist seit der Gründung in der Bonner Innenstadt in einem historischen, im Jahre 1903 als Universitäts-Augenklinik errichteten Gebäude untergebracht. Am 30.11.2009 ist das Institut in den Neubau des Biomedizinischen Zentrums auf den Bonner Venusberg umgezogen und profitiert nun von der Nähe zu den Kliniken und anderen Forschungseinrichtungen der Medizin.



