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Institut für Humangenetik
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Androgenetische Alopezie

Leiter

Markus M. Nöthen
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Prof. Dr. med. Markus M. Nöthen
Facharzt für Humangenetik

E-Mail:
markus.noethen@uni-bonn.de
Telefon:
0228-287-51101


Institut für Humangenetik
Universität Bonn
Wilhelmstraße 31
D-53111 Bonn

Dipl.-Mol.Biomed. Stefanie Heilmann

E-Mail:
sheilman@uni-bonn.de
Telefon:
0228 6885-423
Abteilung:
Life & Brain
Fax:
401


Department of Genomics
Forschungszentrum Life & Brain

Sigmund-Freud-Straße 25
D-53127 Bonn

Mitarbeiter

wissenschaftliche Mitarbeiter
Department of Genomics
Forschungszentrum Life & Brain
Sigmund-Freud-Straße 25
D-53127 Bonn

Genetische Untersuchungen bei der androgenetischen Alopezie

Die androgenetische Alopezie (AGA) ist die weitaus häufigste Form des Haarverlusts bei Männern. Der Haarausfall folgt einem typischen Muster. Etwa 50% der Männer europäischer Abstammung sind bis zum Alter von 50 Jahren in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Entscheidend für die Entwicklung einer AGA ist die genetische Disposition, die auf den Beitrag mehrerer Gene zurückzuführen ist. In epidemiologischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Betroffene mit AGA ein höheres Risiko für andere Krankheiten haben (u.a. koronare Herzkrankheit). Man geht davon aus, dass die AGA und den assoziierten Krankheiten überlappende Ursachen zugrunde liegen. Die Aufklärung der genetischen Ursachen für die AGA ist damit auch für das Verständnis der assoziierten Krankheiten von großem Interesse.
Das Ziel unserer Untersuchungen ist die systematische Identifizierung der für die AGA verantwortlichen Gene und die Aufklärung ihrer Funktion.
Als einen ersten Schritt, haben wir den Einfluss des X-chromosomalen Androgenrezeptor-Gen (AR) Locus auf die Entstehung früh beginnender AGA untersucht (Hillmer et al. 2005). Wir konnten eine starke Assoziation in einer etwa 1 Mb großen Region finden. AR ist das einzige bekannte Gen in dieser Region. Der genetische Beitrag des AR Locus zur Entstehung der AGA ist mit einer ätiologischen Fraktion von 0.46 sehr hoch.
Zur systematischen Identifizierung von weiteren genomischen Bereichen, die zur Entstehung der AGA beitragen, haben wir eine genomweite Kopplungsanalyse in 95 Familien mit AGA durchgeführt und die fünf besten Regionen in einem erweiterten Kollektiv von 125 Familien näher charakterisiert (Hillmer et al. 2008). Der Locus mit der größten Evidenz für Kopplung wurde auf Chromosom 3q26 kartiert. Zurzeit wird untersucht, welche/s der Gene auf 3q26 zur Entstehung der AGA beitragen/beiträgt.
In einem zweiten systematischen Ansatz verwenden wir neueste Chip-Technologien, um genomweit auf Assoziation zwischen Einzelbasenaustauschen (SNPs) und AGA zu testen. Aktuell werden die identifizierten genomischen Bereiche in unabhängigen Kollektiven getestet. Die Charakterisierung der neuen Gene/Loci, die zur Entstehung der AGA beitragen, wird zu einem besseren Verständnis der biologischen Grundlagen führen.

Publikationen

Hillmer AM, Flaquer A, Hanneken S, Eigelshoven S, Kortüm AK, Brockschmidt FF, Golla A, Metzen C, Thiele H, Kolberg S, Reinartz R, Betz RC, Ruzicka T, Hennies HC, Kruse R, Nöthen MM (2008) Genome-wide scan and fine-mapping linkage study of androgenetic alopecia reveals a locus on chromosome 3q26. Am J Hum Genet 82:737-43

Brockschmidt FF, Nöthen MM, Hillmer AM (2007) The two most common alleles of the coding GGN repeat in the androgen receptor gene cause differences in protein function. J Mol Endocrinol 39:1-8

Hillmer AM, Hanneken S, Ritzmann S, Becker T, Freudenberg J, Brockschmidt FF, Flaquer A, Freudenberg-Hua Y, Jamra RA, Metzen C, Heyn U, Schweiger N, Betz RC, Blaumeiser B, Hampe J, Schreiber S, Schulze TG, Hennies HC, Schumacher J, Propping P, Ruzicka T, Cichon S, Wienker TF, Kruse R, Nöthen MM (2005) Genetic variation in the human androgen receptor gene is the major determinant of common early-onset androgenetic alopecia. Am J Hum Genet 77:140-148

Hillmer AM, Kruse R, Macciardi F, Heyn U, Betz RC, Ruzicka T, Propping P, Nöthen MM, Cichon S (2002) The hairless gene in androgenetic alopecia: results of a systematic mutation screening and a family-based association approach. Br J Dermatol 146:601-608

Hillmer AM, Kruse R, Betz RC, Schumacher J, Heyn U, Propping P, Nöthen MM, Cichon S (2001) Variant 1859G-->A (Arg620Gln) of the "hairless" gene: absence of association with papular atrichia or androgenic alopecia. Am J Hum Genet 69:235-237